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Predigt zum Johannistag (2026)

Röm. 13:11-14:4; Lk. 1:1-25, 57-68, 76, 80

Roman Bannack, Priester | Zugriffe: 22
Predigt zum Johannistag (2026)

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Heute feiert die Kirche die Geburt des ehrwürdigen und glorreichen Propheten, Vorläufers und Täufers des Herrn Johannes. Lange vor seiner Geburt kündigte Gott durch den Propheten Maleachi an: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elias, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen kehren, und das Herz der Söhne zu ihren Vätern...“ (Mal 4,5–6). Als der Erzengel Gabriel dem gerechten Zacharias erschien, offenbarte er, dass sich diese Worte in seinem zukünftigen Sohn erfüllen: Er „wird (dem Herrn) vorangehen im Geist und in der Kraft des Elias, ... um dem Herrn ein bereites Volk darzustellen“ (Lk 1,17). Die Geburt Johannes des Vorläufers bedeutet, dass die Zeit des Wartens zu Ende geht. Gott beginnt zu erfüllen, was er vor vielen Jahrhunderten durch die Propheten verheißen hat.

Doch was bedeutet es, dem Herrn den Weg zu bereiten? Was sollte sich mit dem Auftreten des Vorläufers ändern?

Wir kennen den Hauptruf des heiligen Johannes des Vorläufers genau: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Mt 3,2). Diese Worte sind so sehr mit seinem Namen verbunden, dass sie gleichsam zum kurzen Ausdruck seines ganzen Dienstes geworden sind. Erstaunlich ist, dass die alten Prophezeiungen und die Predigt des Vorläufers selbst von ein und demselben sprechen.

Der Prophet Maleachi kündet von einem Menschen, der die Herzen umkehren wird. Der Erzengel spricht von der Vorbereitung des Volkes für den Herrn. Der gerechte Zacharias weissagt, dass sein Sohn dem Volk seinem Volk „Erkenntnis des Heils … geben (wird) in der Vergebung ihrer Sünden“ und „unsere Schritte … lenken auf den Weg des Friedens“ (Lk 1,77.79). Sie alle sprechen von ein und demselben – von der Versöhnung des Menschen mit Gott.

Und deshalb steht genau die Buße im Mittelpunkt der Predigt Johannes des Vorläufers. Buße ist nicht das Aufzählen seiner Sünden vor Gott. Gott kennt sie ohnehin. Buße ist jene Umkehr, in der sich der verlorene Sohn entschließt, zu seinem Vater zurückzukehren. Daher wird sie zum Beginn der Versöhnung. Schließlich ist es der Mensch, der sich von Gott entfernt. Und wenn er sich Ihm wieder zuwendet, beginnt das, wozu der Vorläufer gesandt wurde.

Daher klingen seine Worte vom nahe herbeigekommenen Himmelreich wie eine frohe Botschaft. Später wird der Herr selbst sagen: „Denn siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lk 17,21). Das Reich Gottes öffnet sich dem Menschen dort, wo er wieder Frieden mit Gott findet. Es beginnt schon hier, in unserem Herzen, das aufhört, sich gegen seinen Schöpfer zu sträuben, und sich Ihm wieder zuwendet.

„Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Mt 4,17). Mit denselben Worten beginnt die Predigt unseres Herrn Jesus Christus. Wozu der Vorläufer das Volk bereitet hatte, das vollzieht sich nun in Christus selbst.

Die Stimme des Vorläufers erklingt auch heute noch in der Kirche. Sein Ruf zur Buße bleibt der Beginn einer jeden Begegnung des Menschen mit Christus. Durch die Buße wendet sich das Herz wieder Gott zu, und in das Leben des Menschen zieht der Friede Seines Reiches ein.

Und deshalb klingen heute die letzten Worte der Weissagung des gerechten Zacharias über seinen Sohn besonders tief: Er „wird unsere Schritte … lenken auf den Weg des Friedens“ (Lk 1,79). Das ist der Weg, den der Vorläufer den Menschen eröffnet hat – der Weg der Buße, der zur Versöhnung mit Gott führt. Möge der Herr uns allen helfen, diesen Weg zu gehen, durch die Gebete des ehrwürdigen und glorreichen Propheten, Vorläufers und Täufers des Herrn Johannes. Amen.

Geschrieben von Roman Bannack, Priester