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Kurze Übersicht des Inhalts und der Bedeutung des orthodoxen Gottesdienstes an Heiligabend mit Texten

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Die Nachtwache ist in den Gottesdienst der Orthodoxen Kirche durch den hl. Johannes Chrysostomos in der Zeit des Kampfes mit den Arianern eingeführt worden. Sie bietet unter der Ausdrucksform von priesterlichen Handlungen, Gesängen und Lektionen eine symbolische Darstellung für die Geschichte der Erlösung des menschlichen Geschlechts (eine christliche Philosophie der Geschichte).

Die große Komplet: Die Erlösungsgeschichte des Alten Bundes

Am Vorabend der Geburt Christi beginnt die Nachtwache mit der Großen Komplet. Sie liefert ihrerseits eine Geschichte der Erlösung im Alten Bunde und besteht fast ausschließlich aus Vorträgen und Gesängen alttestamentlicher Psalmen. Wogen gleich, erhebt sich die religiöse Stimmung in ihnen bald himmelshoch, bald fällt sie in abgrundlose Tiefen, indem sie so den Wechsel zwischen der machtvollen Hoffnung auf die göttliche Hilfe in der Gestalt des kommenden Heilands und dem unausbleiblichen Leid über die Sünden, das fast in den Abgrund der Verzweiflung, der Hilflosigkeit und Gottverlassenheit führt, zum Ausdruck bringt. Der wunderbare Gesang des Propheten Jesaias (Kap. 8, 50—9, 7) kündet klar und laut, welche Triumphe des Glaubens und der Hoffnung dem alttestamentlichen Menschen erreichbar waren:

Gott mit uns, merket auf, ihr Völker, und demütigt euch,

während der wunderbare Psalm 101, der prophetisch Christi Leiden schildert, von jenen furchtbaren Tiefen der Gefühle spricht, die der Mensch im Alten Bunde, von Gott verlassen und unter der Last der Sünde, durchkosten musste.

Nicht minder wie die Psalmen bildeten auch zahlreiche Opfer als ein Mittel der Erlösung einen Bestandteil des alttestamentlichen Gottesdienstes. Symbolisch leben sie in der Komplet in einer Räucherung des ganzen Gotteshauses fort. Der Rauch, der dem Rauchfass entsteigt, ist der Rauch der zahllosen Opfer des alten Bundes. Doch das Wesen der alttestamentlichen Epoche der Erlösung des menschlichen Geschlechts ist der kommende Heiland und das Neue Testament. Als eine Kunde dieser Tatsache fügen sich in den Verlauf der Komplet sowohl in der Form von Weissagungen als auch Vorbildern der feierliche Gesang des festtäglichen Troparion „Deine Geburt, Christe, unser Gott", sowie des Kontakions „Heute gebiert die Jungfrau den von Ewigkeit her Seienden" und die Verlesung des Glaubensbekenntnisses, während der rührende neutestamentliche Hymnus „Ehre sei Gott in der Höhe" gewissermaßen schon als die Summe der ganzen Geschichte der göttlichen Vorsehung in Bezug auf die Erlösung des Menschen im Alten Bunde erscheint.

Die Litia und die Segnung der Gaben

Die Komplet endet, wenn man so sagen darf, bereits mit einem Aufleuchten der Morgenröte des Neuen Bundes, indem sie an die ersten Lebenstage Christi, des Heilandes, erinnert. Es ist das die Litia und die Segnung von fünf Broten, von Weizen, Wein und Öl, womit der erste Teil der Nachtwache seinen Abschluss findet (und zwar für diesmal die Komplet, sonst — die Vesper), wobei sogar die Symbolik der Geschichte des Alten Bundes bedeutend klarer und vielgestaltiger hervortritt. Im Altertum endete dieser Teil des Gottesdienstes mit einer Agape, einer gemeinschaftlichen Liebesmahlzeit, weshalb auch die genannten Produkte geweiht werden. Darum begibt sich denn die Geistlichkeit in den Vorraum der Kirche, damit auch diejenigen, welche sie nicht betreten, sich des Gottesdienstes erfreuen und anlässlich aller Nöte ihre Gebete zum Herrn emporsenden könnten. Die erwähnten Produkte aber, die jetzt geweiht werden, waren im Alten Bunde Früchte der Tätigkeit des Menschen, Gott zum Opfer dargebracht, doch die wunderbarsten Früchte der gesamten alttestamentlichen Geschichte des Menschengeschlechts waren die allersündloseste Jungfrau Maria und der von ihr geborene Sohn Gottes, den sie, um ihn dem Herrn zu weihen, in den Tempel brachte, wo ihr ja auch der greise Simeon, der Gottesempfänger, entgegentrat. Und darum endet auch die symbolische Darstellung der alttestamentlichen Erlösungsgeschichte des menschlichen Geschlechts mit Lobliedern zu Ehren der Gebärerin und des Geborenen — „Deine Geburt, o Christe, unser Gott" mit dem Nachgesang „Gottesgebärerin, Jungfrau, freue dich" und mit dem wunderbaren Hymnus Simeons im Namen des ganzen Alten Bundes:

Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren.


Der Morgengottesdienst: Die Geschichte des Neuen Bundes

Der zweite Teil der Nachtwache, der Morgengottesdienst (Orthros), bringt seinerseits die Geschichte des Neuen Bundes zur Darstellung und beginnt mit einer Erinnerung an die Geburt Christi (dem Gesange des Engelshymnus „Ehre sei Gott in der Höhe", wie ihn die Hirten von Bethlehem gehört). Doch diese helle Freude über Christi Geburt machte bald den Verfolgungen gegen ihn und sein Leben Platz, über das wir dreißig lange Jahre in Unkenntnis bleiben. Und so erlöschen denn in der Kirche die Lichter, indes auf dem Chor sechs Psalmen gelesen werden, aus denen dreimal der Ruf religiöser Freude über die Hoffnung auf eine Erlösung und jener der tiefen Trauer angesichts des Verlassenseins von Gott (wie in der Komplet) herausklingt, und der Priester, Christum, den fast niemand bekannten „Sohn des Zimmermanns" und den zweiten Adam darstellend, in demütiger Gewandung vor den geschlossenen Königlichen Pforten betet, ähnlich, wie einst der erste Adam vor den Toren des Paradieses weinte, aus dem er vertrieben worden war. Die große Litanei („Lasset uns in Frieden beten zu dem Herrn") gibt dann eine Zusammenfassung für das Flehen der menschlichen Natur, die durch Christum wieder zu Gott in Beziehung gebracht worden ist.

Darauf werden die Lichter wieder angezündet und der Chor stimmt den feierlichen Hymnus „Gott ist der Herr und uns erschienen. Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn" an — und zwar viermal zu Ehren des drei und einhalbjährigen öffentlichen Wirkens des Heilandes — sowie das Troparion des Feiertages. Es ist das ein Symbol der Gottesoffenbarung am Jordan, als sich der Herr, dreißig Jahre alt geworden, zum ersten Mal der Welt zeigte. Nachdem er aber von Johannes die Taufe empfangen, machte er sich auf, um in der Wüste seiner Gerechtigkeit gegenüber der menschlichen Natur gerecht zu werden, indem er sich den Versuchungen Satans preisgab. Und so tritt denn an die Stelle freudigen Gesanges jetzt die Lesung alttestamentlicher Psalmen (Kathismata), die in Übereinstimmung mit der dreifachen Versuchung dreimal durch ein „Herr, erbarme dich!" und ein „Hallelujah", voller Hoffnung auf die göttliche Hilfe, unterbrochen wird.

Der Polyeleon: Das öffentliche Wirken Christi

Im feierlichen Ritus des Polyeleons entrollt sich dann ein lichtes Bild der drei und einhalb Jahre des öffentlichen Wirkens Christi.

  • Die geöffneten Königlichen Pforten künden, dass nun der Himmel auch für die Erde offenstehe.
  • Die Räucherung der ganzen Kirche durch den Priester spricht von der Gnade der Predigt Christi, der Städte und Dörfer durchwandert.
  • Der feierliche Gesang des „Lobet den Namen des Herrn" und anderer Hymnen reden von dem Preis, Ruhm und Dank, welche Christi Wirken im Gefolge hatte.
  • Die Verlesung des Evangeliums — von dem durch den heutigen Feiertag in Erinnerung gebrachten besonderen Ereignis in der Geschichte der frohen Botschaft.
  • Die helle Erleuchtung des ganzen Gotteshauses — von der Freude des Evangeliums.
  • Die Salbung mit dem Öl — von unserer, des wilden Ölbaumzweiges Aufpfropfung auf Christum, den edlen Ölbaum.
  • Das Küssen des Heiligenbildes mit der Darstellung des Feiertagsereignisses oder des Evangelienbuches — von unserer Liebe und tiefreligiösen Verehrung Christo gegenüber ob dieser Momente in der Heilsgeschichte.

Das Polyeleon endet mit einer durch den Diakon unter Entfaltung all seiner Stimmmittel laut zum Vortrag gebrachten Litanei „Rette, o Gott, dein Volk", die durch eine Aufzählung der Heiligen des Neuen Bundes gewissermaßen ein kurzes Programm für den weiteren Verlauf des Morgengottesdienstes gibt.

Der Kanon: Die Geschichte der neutestamentlichen Kirche

Der darauf folgende Kanon bietet eine Übersicht der Geschichte der neutestamentlichen christlichen Kirche, wie sie noch die Propheten des Alten Bundes vorausgeschaut. Hier werden zum großen Teil in Worten und Bildern dieser Seher die Ereignisse und Personen des in Rede stehenden Gedenktages dargestellt und verherrlicht, angefangen von der Evangeliengeschichte bis auf unsere Zeit (worunter die Feiertage der neu kanonisierten Heiligen der Epoche zu verstehen sind). Majestätisch und lehrreich zugleich ist dieser kirchengeschichtliche Abschnitt des Morgengottesdienstes! Alttestamentliche Weissagungen und Vorbilder finden ihre Erfüllung in Persönlichkeiten und Ereignissen des Neuen Bundes. Besonders aber und unaufhörlich wird die Urheberin unseres Heils, die Gottesgebärerin, durch jenen herrlichen Gesang gepriesen, den sie selbst im Hause der Elisabeth anstimmte: „Meine Seele preiset den Herrn", mit dem Kehrreim „Die du geehrter bist als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, die du unversehrt Gott, das Wort, geboren hast, in Wahrheit Gottesgebärerin, dich preisen wir hoch!"

Der Lobpreis der gesamten Schöpfung

Doch die Kirche Christi umfasst nicht nur das menschliche Geschlecht, sondern auch alle andere sichtbare und unsichtbare Natur, die Erde und den Himmel. Darum fordert denn auch gegen das Ende des kirchengeschichtlichen Teils des Morgengottesdienstes der Ritus die gesamte Natur, die ganze Welt auf, den Schöpfer, den Lenker und Heiland des Universums zu verherrlichen:

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. … Lobet Ihn in den Himmeln, alle Engel, Sonne, Mond, Sterne und Licht. … Feuer, Hagel, Schnee. … wilde Tiere, Vieh, Gewürm und Vögel. … Berge und Hügel. … Bäume und alle Zedern.

Schließlich ruft der Priester, in religiöser Verzückung erschauend, wie im Osten die Morgenröte dämmert: „Ehre sei dir, der du uns das Licht gezeigt!", worauf der Chor mit dem wunderbaren Hymnus der ersten Christen „Ehre sei Gott in der Höhe…", einem Gesang, den schon Justinus der Philosoph erwähnt, einfällt. Dieser Hymnus endet mit dem Gebet „Heiliger Gott", in welchem sich die Stimmen der Engel mit jenen der Menschen in eins ergießen, um dadurch gewissermaßen die künftige Erfüllung der Aufgabe der Kirche zum Ausdruck zu bringen, da „Gott alles und in allen sein wird" (1. Kor. 15, 28).

Die abschließenden Litaneien und die erste Stunde

Der Morgengottesdienst endet mit einem Fazit aus den wunderbaren Bildern der Heilsgeschichte. Klar spricht er sich auch über unsere Sünden aus, über unsere verschiedenen Mängel und Nöte, derer wir stets im Gebete zum Herrn Erwähnung tun sollen, wozu auch die Gläubigen durch zwei Litaneien, die „nachdrückliche" mit dem dreifachen „Kyrie eleison" und die „bittende" mit dem Refrain „Das gib, o Herr" aufgefordert werden.

Der letzte Teil der Nachtwache, die „erste Stunde" (des Tages), bildet gewissermaßen das Geleit der Kirche für die Andächtigen in den nächsten Tag. Die Psalmen und Troparien dieser Stunde rufen uns einerseits zum Gebet vor dem Herrn — „In der Frühe erhöre meine Stimme", „Lenke meine Schritte nach deinem Wort" —, andererseits aber zum Kampf mit dem Bösen und zum Preise Gottes — „in der Morgenfrühe zu vernichten alles Sündhafte der Erden", „auf dass ich deinen Ruhm besinge, den ganzen Tag deine Herrlichkeit."

Die Nachtwache endet mit einem Hymnus zu Ehren der Gottesgebärerin, die das lichteste Symbol der Kirche als auch der Fleischwerdung des Heils für das Menschengeschlecht ist, sowie mit einem Chorgesang, der den Wunsch langjähriger Wohlfahrt der kirchlichen Rangstufen, der Heimat und aller Christen zum Gegenstand hat.


Gesänge und Gebete

(Die Anfänge in Kirchenslawisch in lateinischer Umschrift)

Große Komplet

(S nami Bog; С нами Бог)

Gott mit uns, merket auf, ihr Völker und demütigt euch — denn Gott ist mit uns. Höret zu bis an die Enden der Erde — denn Gott ist mit uns. Ihr Mächtigen, demütigt euch — denn Gott ist mit uns. Merket auf, ihr Völker und demütigt euch — denn Gott ist mit uns.

(Veruju; Верую) — Das Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Einen Gott, den Vater, den Allherrscher, den Schöpfer des Himmels und der Erde, Alles Sichtbaren und Unsichtbaren.

Und an Einen Herrn Jesum Christum, den einziggezeugten Sohn Gottes, den vom Vater Gezeugten vor allen Ewigkeiten, das Licht vom Lichte, den wahren Gott vom wahren Gott, der gezeugt ist, nicht erschaffen, Eines Wesens mit dem Vater, durch den Alles erschaffen worden.

Der um uns Menschen, und um unserer Erlösung willen von den Himmeln herabgekommen, und Fleisch geworden vom heiligen Geiste und der Jungfrau Maria, und Mensch geworden ist.

Und gekreuziget worden ist für uns unter Pontios Pilatos, gelitten hat und begraben worden ist.

Und auferstanden am dritten Tage nach der Schrift.

Und aufgefahren ist in die Himmel, und sitzet zur Rechten des Vaters.

Der wiederkommen wird mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; Dessen Reiches kein Ende sein wird.

Und an den heiligen Geist, den Herrn, den lebendigmachenden, der vom Vater ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und an Eine heilige, katholische und apostolische Kirche.

Ich bekenne Eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der künftigen Welt. Amen.

Troparion und Kontakion

(Roshdjestvo Tvoje; Рождество Твоё) — Troparion

Deine Geburt, Christos unser Gott, ließ erstrahlen der Welt das Licht der Erkenntnis; denn bei ihr wurden die Anbeter der Gestirne von einem Sterne belehrt, dich anzubeten als die Sonne der Gerechtigkeit, und dich zu erkennen als den Aufgang aus der Höhe. Herr, Ehre sei dir!

(Djeva dnjes'; Дева днесь) — Kontakion

Die Jungfrau gebiert heut den, der vor allem Sein war, und die Erde bietet eine Höhle dar dem Unnahbaren. Die Engel lobpreisen mit den Hirten; die Magier wandern dem Sterne nach; denn für uns ist geboren worden als junges Kindlein, der vor Ewigkeiten Gott war.

Litia

(Njebo i zjemlja; Небо и земля)

Himmel und Erde mögen sich heut freuen prophetisch; Engel und Menschen, lasset uns geistlich ein Fest feiern! Denn Gott ist im Fleische erschienen den in der Finsternis und im Schatten Sitzenden, indem er geboren ward aus dem Weibe. Eine Höhle und eine Krippe nahmen ihn auf. Die Hirten verkündigen das Wunder. Die Magier aus dem Morgenlande bringen Geschenke nach Bethlehem; wir aber wollen die Lobpreisung, mit unwürdigen Lippen, nach Art der Engel vollziehen: Ehre sei Gott in den Höhen und auf Erden Friede; denn gekommen ist die Erwartung der Völker, ist gekommen, hat uns erlöst aus der Knechtschaft des Feindes.

Hymnus des Simeon

(Nynje otpuschtschajeschi; Ныне отпущаеши)

Nun entlässest du deinen Diener, Herr, nach deinem Worte in Frieden; denn meine Augen haben gesehen dein Heil, das du bereitet hast vor dem Angesichte aller Völker, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel.

Morgengottesdienst

(Slava v vyschnich Bogu; Слава в вышних Богу)

Ehre sei Gott in den Höhen und auf Erden Friede, unter den Menschen ein Wohlgefallen! (Dreimal.)

Herr, öffne meine Lippen, und mein Mund wird verkündigen deinen Ruhm! (Zweimal.)

Polyeleon

(Chwalitjie imja Gospodnje; Хвалите имя Господне)

Lobet den Namen des Herrn, lobet, ihr Diener, den Herrn. — Alleluja. (Dreimal.)

Gepriesen sei der Herr von Sion aus, der da wohnet in Jerusalem! — Alleluja. (Dreimal.)

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn ewig währt seine Gnade. — Alleluja. (Dreimal.)

Danket dem Gotte des Himmels, denn ewig währt seine Gnade! — Alleluja. (Dreimal.)

(Vjelitshajem Tja; Величаем Тя)

Wir preisen dich hoch, Lebensspender, Christos, der du für uns heut im Fleische geboren bist von der unvermählten und allerreinsten Jungfrau Maria!

(Ot junosti mojeja; От юности моея)

Von meiner Jugend auf haben viele Leiden mich bedrängt; aber du selbst beschütze und erlöse mich, mein Erlöser! Die ihr Sion hasset, ihr möget zu Schanden werden vor dem Herrn! Denn wie Heu vom Feuer werdet ihr verdorret sein! Ehre… Jetzt… Durch den heiligen Geist wird jede Seele belebt und durch Reinigung erhöht, erleuchtet durch die dreifache Einheit in heiligem Geheimnis!

Evangelium St. Matthaei I, 18–25

Kanon

Irmen (Christos rashdajetsja; Христос рождается)

(1) Christos wird geboren — rühmet ihn! Christos aus den Himmeln — gehet ihm entgegen! Christos auf Erden — erhebet euch! Singet dem Herrn, die ganze Erde, und in Fröhlichkeit lobsinget ihm, ihr Völker, denn er ward verherrlicht!

(3) Dem vor den Ewigkeiten aus dem Vater unverweslich gezeugten und zuletzt aus der Jungfrau ohne Samen Fleisch gewordenen Sohne, Christos, dem Gott, wollen wir zurufen: Der du erhöhet hast unser Horn, heilig bist du, o Herr!

(4) Zweig aus der Wurzel Jessais und Blume aus derselben, o Christos, aus der Jungfrau bist du aufgeblüht, aus dem Berge, Gepriesener, dem vom Dickicht beschatteten, bist du gekommen, Fleisch geworden aus der vom Manne Unberührten, der du frei bist vom Stoff und Gott! Ehre sei deiner Kraft, o Herr!

(5) Der du bist der Gott des Friedens, der Vater der Erbarmungen, den Engel deines großen Rates, welcher den Frieden verleiht, hast du uns gesandt. Deshalb verherrlichen wir, zum Lichte der Gotteserkenntnis geführt, aus der Nacht erwachend, dich, o Menschenliebender!

(6) Denn Jonas spie aus seinem Innern wie eine Leibesfrucht das Seetier, so wie es ihn empfangen hatte. Das der Jungfrau innewohnende und von ihr Fleisch nehmende Wort aber ging hindurch, sie unversehrt bewahrend; denn von der Verwesung, die es nicht erlitt, bewahrte es auch die Gebärerin rein.

(7) Die zur Gottesfurcht zusammen erzogenen Jünglinge verachteten den gottlosen Befehl und erschraken nicht vor der Drohung des Feuers, sondern, mitten in der Flammenglut stehend, sangen sie: Gott der Väter, gelobt bist du!

(8) Der tautröpfelnde Flammenofen zeigte ein Vorbild des übernatürlichen Wunders. Denn nicht verbrennt er die Jünglinge, welche er empfing: so auch nicht das Feuer der Gottheit der Jungfrau Schoß, in den es eingeht. Deshalb wollen wir lobpreisend singen: Es lobe die ganze Schöpfung den Herrn, und erhebe ihn in alle Ewigkeit!

Preise hoch, meine Seele, sie, die da geehrt und verherrlicht ist über die himmlischen Heerscharen, die allerreinste Jungfrau, die Gottesgebärerin.

(9) Ein fremdartiges und unfassbares Geheimnis sehe ich: als Himmel — die Höhle, als cherubischen Thron — die Jungfrau, die Krippe als Raum, in welchem liegt der von keinem Raum umgrenzte Christos, der Gott, den wir lobsingend erheben!

(9) Es wäre leichter, Schweigen zu bewahren uns aus Furcht; denn, Jungfrau, zu ersinnen ist gar schwer, aus Liebessehnsucht Lieder, die in Harmonie zusammenklingen; aber gib du selbst uns Kraft, so viel, dass unserm Streben, Mutter, sie entspricht!

Große Doxologie

(Slava v vischnich Bogu; Слава в вышних Богу)

Ehre sei Gott in den Höhen und auf Erden Friede, unter den Menschen ein Wohlgefallen! Wir loben dich, wir preisen dich, wir beten dich an, wir rühmen dich, wir danken dir ob deiner großen Herrlichkeit. Herr, himmlischer König, Gott, Vater, Allherrscher! Herr, einzig geborener Sohn, Jesus Christos und heiliger Geist! Herr, Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der du hinwegnimmst die Sünde der Welt, erbarme dich unser! Der du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm an unsere Bitte! Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser! Denn du bist allein der Herr, Jesus Christos, zur Ehre Gottes, des Vaters. Amen.

An jedem Tage will ich dich preisen und loben deinen Namen in Ewigkeit und in die Ewigkeit der Ewigkeit.

Geruhe, o Herr, dass wir uns an diesem Tage sündlos bewahren mögen. Gelobt bist du, o Herr, Gott unserer Väter, und gelobt und verherrlicht ist dein Name in die Ewigkeit! Amen.

Es sei, o Herr, deine Gnade auf uns, denn wir haben auf dich gehofft!

Gelobt bist du, o Herr, lehre mich deine Rechte! (Dreimal.)

Herr, du bist unsere Zuflucht für und für. Ich sprach: Herr, erbarme dich mein, heile meine Seele, denn ich habe wider dich gesündigt!

Herr, zu dir habe ich meine Zuflucht genommen; lehre mich deinen Willen tun, denn du bist mein Gott. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Lichte werden wir schauen das Licht. Breite aus deine Gnade über die, so dich erkennen!

Schlussgebete

Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser! (Dreimal.)

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.

Heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser!

Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser!