aktuelles

Das Dostojewski-Denkmal an unserer Kirche

Am Samstag, dem 29. August, fand das Denkmal für Fjodor Michailowitsch Dostojewski einen neuen Platz – direkt neben der Kirche, in der 1870 seine Tochter getauft wurde.

Iana Ivanchuk | Zugriffe: 17
Das Dostojewski-Denkmal an unserer Kirche

Am Samstag, dem 29. August 2026, fand in unserer Kirche die feierliche Einweihung des Denkmals für Fjodor Michailowitsch Dostojewski am neuen Ort statt. Die Veranstaltung begann mit einer Litija für den Verstorbenen, zelebriert von Priester Roman Bannack, assistiert von Erzpriester Georgi Dawidow. Anschließend hielt Dr. Wolfgang Schälike, Direktor des Deutsch-Russischen Kulturinstituts (DRKI), eine Begrüßungsrede. Er berichtete über die Entstehung des Denkmals und die Entscheidungsfindung für seinen neuen Standort. Danach ergriff Heinz Eggert, ehemaliger sächsischer Innenminister, das Wort. Er würdigte die Bedeutung von Dostojewskis Werk für die Weltkultur und betonte, wie wichtig es sei, in der heutigen politischen Lage das gegenseitige Verständnis zu bewahren. Es folgte eine Grußbotschaft des russischen Botschafters in Deutschland, Sergej Jurjewitsch Netschajew, verlesen durch seinen Vertreter. In seiner Rede äußerte der Botschafter die Hoffnung, dass „Kultur nicht und niemals zum Gegenstand kurzfristiger politischer Spiele werde“. Sie müsse vielmehr eine Brücke bleiben, ein Raum der Begegnung zwischen Gesellschaften, Wissenschaftskreisen, Kultureinrichtungen und einzelnen Bürgern. Im Anschluss wurden das Denkmal gesegnet und Blumen niedergelegt.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski lebte von 1869 bis 1871 in Dresden. Im September 1869 wurde hier seine Tochter Ljuba geboren, die im Januar 1870 in unserer Kirche getauft wurde. Der Eintrag über ihre Taufe ist im Kirchenbuch erhalten.

Das Denkmal wurde vom bekannten Moskauer Bildhauer und Akademiemitglied der Russischen Kunstakademie, Alexander Rukawischnikow, geschaffen und 2006 anlässlich des 800‑jährigen Stadtjubiläums Dresdens und des 185. Geburtstags von Dostojewski aufgestellt – damals neben dem Kongresszentrum, am Sitz des Sächsischen Landtags.

Im Juni 2025 wurde das Dostojewski-Denkmal aufgrund von Bauarbeiten zur Erweiterung des Parlamentsgebäudes abgebaut. Lange Zeit war unklar, wohin es versetzt werden sollte. Im Gespräch waren unter anderem: die Grünanlage bei der Semperoper, der Georg-Treu-Platz zwischen Albertinum und Brühlscher Terrasse, der Park am Japanischen Palais, der Zwingergarten sowie der Bernhard‑von‑Lindenau‑Platz.

Nach langer Suche fiel die Entscheidung, das Denkmal neben unserer Kirche aufzustellen. Dieser Standort wurde vom Deutsch‑Russischen Kulturinstitut als vorläufige Lösung bis zum Jahr 2031 vorgeschlagen.

Text und Fotos: Iana Ivanchuk

Geschrieben von Iana Ivanchuk